Divine Divinity Erfahrungsbericht

Inhaltsübersicht

Wie alles begann ...

Um meine Erwartungen an das Spiel zu verdeutlichen, hole ich etwas in der Zeitgeschichte aus, da die Vergangenheit auch indirekt mit Divine Divinity zu tun hat.

Als ich mich im Jahre 1999 mit Pen und Paper näher beschäftige, waren Spiele wie die Nordlandtrilogie des DSA-Universum oder Baldures Gate schon bekannt bzw. ich war darüber diese zu spielen. Durch gute Quellen erfuhr ich, dass es im Bereich des DSA-Universums in der nächsten Zeit ein neues Spiel erscheinen sollte. Dies nannte sich L.M.K. und war schon seit mehr als einem Jahr damals angekündigt gewesen, aber leider noch nicht erschienen.

So machte ich mich in den weiten des Internets auf die Suche nach dem besagten Spiel und wurden in den nun mittlerweile geschlossenem L.M.K. - Forum fündig. Dort habe ich mir die ersten Leckerbissen des Spiels einverleibt und war begierig auf mehr. Leider ging es in der Zwischenzeit im L.M.K. - Forum drunter und drüber, welches zu erst als Serverproblem abgetan wurde und später sich durch vermehrt aufkommende Gerüchte bestätigt wurde. Die ausführende Firma Attic war in Konkurs gegangen und demensprechend wurde L.M.K. auf Eis gelegt.

In den letzten Regungen des L.M.K. - Forums wurde dann ein Link gepostet, welcher mich zu den Larian Studios führte und abermals waren es Gerüchte, die mich dazu trieben, auch in deren Forum mein Unwesen in Form von Lesen der Beiträge zu treiben. Es ging um ein Projekt mit dem Namen "Project-C", welches zur Zeit entwickelt wurde und einige Ex-Mitarbeiter von Attic sollten auch angestellt sein bzw. mitarbeiten. Es wurde im vorhinein betont, dass es keine Weiterentwicklung des L.M.K. - Spiels war, sondern eine komplette Neuentwicklung, da die Rechte für das L.M.K. - Spiel immer noch bei Attic lagen und es keine wirklichen Absichten gab, dass Spiel zu beenden. Wie weit das Spiel wirklich schon war und besonders wie es aussah, kann man auf der Website des Grafikers Marian Arnold bewundern oder auf der wiederaufgetauchten L.M.K. - Seite.

Die Zeit ging ins Land und das Projekt nahm immer mehr konkretere Formen an, wobei die schreibenden Forumsmitglieder einen nicht gerade kleinen Anteil hatten und die Mitarbeiter von Larian wirklich fast jede Frage beantworteten. Natürlich stiegen nicht nur durch die Anzahl der Beiträge die Hoffnungen auf diesmal glückliches Ende. Der Name wurde in "Divinity - The Sword of Lies" umgetauft, da nichts mehr zwischen einer Veröffentlichung stand, ausser einen wirklich guten und bekannten Publisher zu finden.

Eine Pressemitteilung lies dann wirklich die Herzen der mittlerweile nicht gerade kleinen Fangemeinde um Divinity höher schlagen: Es war ein Publisher gefunden mit den Namen CDV. Kaum war der Name gefallen, ging es weiterin der Gerüchte- und Weisheitenkiste. War dies wirklich ein guter Publisher, waren die negativen Meinungen über CDV wirklich gerechtfertigt und wird Divinity ein Erfolg und dies nicht nur für CDV sondern auch für Larian ?

Die CDV-Marketing-Abteilung hatte eine besonders glorreiche Idee gehabt und den Namen in "Divine Divinity" geändert. Das darauf naturgemäß eine erneute und hitzige Debatte vom Zaun gebrochen wurde, steht ausser Frage. Die Antworten der CDV-Mitarbeiter versprachen auf einen grossangelegten Werbefeldzug und das der Name schon bekannt wird.

Nun Anfang 2002 wurden die Fans für ihr langes Warten belohnt, denn es gab eine Demo zum Divinity-Spiel und an dieser Stelle fängt mein persönlicher Erfahrungsbericht zu der Demo an und geht fliessend in das vollständige Spiel über !

... die ersten Eindrücke ...

Nach der üblichen Installationsprozedur unter Windows konnte es losgehen. Die Anfangsanimationen liessen schon einen ersten Eindruck entstehen, um was es im Spiel gehen wird. Nach der üblichen Ladezeit, ja es dauerte halt etwas auf meinem System. In der Demo hab ich mir zwangsweise den Kämpfer ausgesucht, in der vollständigen Version hingegen eine überlebenskünstlerin. Kaum aufgewacht im Heilerdorf Aleroth erstmal auf alles geklickt, was sich nun anklicken lies. Huch, warum ist es den auf einmal so dunkel. Ach, die Fackeln kann man auch ausmachen, hübsch. Nach der Herumtasterei in der Dunkelheit und dem Wiederfinden der Lichtquellen, erstmal die Treppe hoch. Nach einer Unterhaltung mit Joram und dem Ausnutzen der Klickerei, war erstmal ein Rundgang im Heilerdorf angesagt. Man soll ja wenigsten seine nähere Umgebung kennen, wer weiss den, wie lange man hier sein wird oder wenn man wieder zurück kommt ?

Während des Rundganges traf ich auf einen etwas unterkühlten Elfen, der mich bat ihm aus seiner eisigen Gefangenschaft zu befreien. Da es nicht durch die Vordertüre zum Schlüssel ging, musste halt der alte Hintereingang genutzt werden, um an den Schlüssel heranzukommen. Der alte Herr Mardaneus war auch sehr vernünftig und nach einer kleineren Diskussion befreite er den gefangenen Elfen, aber seine wirren Sprüche liessen ihn nicht los und im Dorf erzählte man, dass er wohl erst seit kurzer Zeit verrückt war. Na mal sehen, was sich da noch machen liess.

Auf meinem Rundgang traf ich noch ein paar andere Bewohner: einen Zwergen, eine Echse, einen Händer und zwei Verletzte, die geheilt werden mussten, aber die Heiler steckten in der Klemme, da nur für einen der beiden Verletzen ein Heilstein zur Verfügung stand und ihre Ansichten, wer geheilt werden sollte, waren geteilt. Schade das es nicht einen zweiten Heilstein gab, aber die Quelle der Heilsteine schien zur Zeit verebbt zu sein.

Bei dem Spaziergang durch das Dorf viel mir immer wieder mal eins auf: Für was waren die ganzen bunten Pflanzen da und warum kann man sie anklicken, aber sonst passiert weiter nichts ? Die Zeit und der weitere Handlungsablauf sollten mir darüber Klarheit verschaffen. Das andere waren die Schmetterlinge, sie flogen zwar durch die Gegend, aber anklicken konnte man sie nicht. Mist, ich dachte gelesen zu haben, dass man mehr anklicken konnte, aber es wird schon werden. Nachdem ich einen ordentlichen Teil des Dorfes durchstreift und erkundet hatte, mir ab und zu einen Hasen nicht nur zur Stärkung gejagt hatte, wollte ich erstmal den übel auf den Grund gehen, das Mardaneus plagte.

Nachdem eine Drachenstatue in den luftigen Höhen verschwand, war der erste Untergrund bereit für mich. Dieser hatte es in sich, was genau, dass verrate ich euch nicht, da ich sonst zu viel verraten würde und die, die Divinity schon durchgespielt haben, wissen was ich meine. Nachdem der Grund für das Verwirrsein von Mardaneus verschwunden war und die ganzen Händler keine Heiltränke mehr hatten, musste ich mir wohl oder selber helfen. Aber wir sind ja hier bei einen RPG und die Lösung muss zu finden sein. Nach einen Studium der Heil- und Kräterbücher, die es hier gab, war mir klar, zu was die einzelnen Pflanzen verarbeitet werden können.

Das eigene Wohlbefinden im Griff waren die immer noch Verletzen an der Reihe, was einfacher war als ich am Anfang dachte, wenn man nur ordentlich Bücher liest und gut im Kistenverschieben ist. Zum Teil erinnerte mich Divine Divinity an das gute alte Sakoban, da hatte man nichts anderes zu tun, als Kisten zu verschieben. Im Heilerdorf lebte kein Hase und keine Ratte mehr, also war es Zeit endlich das Dorf zu verlassen und in neue Gebiete aufzubrechen und diese zu erkunden.

Man warnte mich zwar davor, dass das umliegende Gebiet von Orks umlagert ist, aber bin ich ein Held, oder bin ich ein Held ? Ok, zwar ein Held in Ausbildung, aber immerhin hab ich den Untergrund von Aleroth überlebt, da können doch die paar Orks mir nichts anhaben ! Also erstmal in Sicherheit der Palisade die Gegend erkunden, was nicht weiter schwierig ist, da kann wenigsten kein Ork mir in den Rücken fallen. Der erste Ork war auch nicht weiter das Problem, 2 Orks, da wurde es schon heftiger und bei noch mehr Orks hatte sich am Anfang eine gute und altbewährte Taktik wieder bewährt: Anlocken und einzeln bzw. in einer kleineren Gruppe zerhackstücken.

Ich fragte mich schon seit einiger Zeit, wann ich wohl den Kartenrand erreichen würde und ein Blick auf die übersichtskarte lies mich regelrecht erstaunen: Was noch so weit weg, vom Kartenrand ! Wie gross sollte den die Karte sein, da mein bisher erkundetes Gebiet in der totalen Ansicht fast unterging. Auf was habe ich mich da wohl eingelassen ? Aber die Zweifel bei Seite gelegt und weiter ging die Erkundungstour.

Meine Angriffstaktik ging eine Weile gut bis ich auf einen Ork traf, der eine Trommel vor sich trug. Nagut, haste halt mal nen musikalischen Ork getroffen, aber auf die Musik hast du sowieso keine Lust und er steht dir sowieso im Weg herum, also aus dem Weg oder ich spiel dir das Lied vom Tod. Pustekuchen: fast hatte ich ihn soweit, dass er dorthin geht, wo auch schon einige seiner Kameraden waren, aber haut der nicht auf seine Trommel und es ging ihm besser ! Mist, also eine andere Taktik war bei diesen Gegner angebracht.

Nach einer kleinen Lade- und Speichersession, hatte ich eine recht passable Taktik auch für diese Freunde gefunden und sollten hoffentlich in naher Zukunft keine grösseren Probleme mehr bereiten. Warum ich die ganzen Orks um Aleroth überhaupt im Alleingang versuche zu vertreiben, ganz einfach: Bei den Warnungen vor Orks bat man mich halt, sollte ich es überleben und es bis ins Farmland schaffen, soll ich doch gleich mal nach einer Eskorte für die Heiler fragen, da im Armutsviertel von Flussheim eine seltsame Seuche ausgebrochen war und die Heiler dort dringend gebraucht werden. Ich dachte mir halt, wenn du die Orks alle vertreiben würdest, dann brächten die Heiler keine Eskorte mehr und ich hätte wenigstens schon mal eine schöne Geschichte, die man mal im Wirtshaus erzählen könnte, wenn man doch nicht zum Heldendasein geboren wurde.

Aber es sollte noch schlimmer werden ! Auf einmal flog, sagen wir es mal so, ein Ritter auf einem Drachen daher und redete, ich wäre ein Gezeichneter und er müsste mich deswegen umbringen, Hä, wie was warum. Ich habe nichts getan und er müsse mich mit jemanden anderne verwechseln. Er liess sich aber nicht davon beeindrucken und im Kampf musste es nun so kommen, wie es kommen musste. Ich verlor.

Was das soll es gewesen sein und für was habe ich mir zig MB auf der Festplatte gefüllt ? Doch es kam ein noch merkwürdiger Herr des Weges und legte sich seinerseits mit dem Drachenreiter an und gewann. Dieser Herr, Zandalor sein Name, liess mich wieder auferstehen bzw. liess die letzten Lebenspunkte nicht noch aus mir herausfliessen und hauchte mir wieder Leben ein. Auf meine Fragen gab er mir genau die Antworten, die ich nicht so gern hörte: Ja, ich war einer der Gezeichneten und er war schon auf der Suche nach mir. Er bat mich, dass ich ihm in einem Wirtshaus aufsuchen solle und das er dort mit noch weiteren Gezeichneten auf mich warten würde.

... und der gesamte Rest

Ich könnte jetzt natürlich noch weiter auf das Spiel eingehen und den Rest der wunderbaren Welt (riesige Wälder, Dörfer und Städte,Wüsten und Sümpfe) detalliert beschreiben, aber dies würde zu weit führen. Holt euch lieber das Spiel und macht die Erfahrungen selbst, da die eigenen Erfahrungen immer besser sind, als dahergeschriebenes Zeug ;-)

Mein System

Hier noch mein System, auf dem ich Divine Divinity erfolgreich durchgespielt habe:

  • OS: Windows 98 (SE) / Windows XP Prof
  • Prozessor: AMD K6/2 mit 350 MHz
  • Grafikkarte: Riva TNT mit 16 MB Speicher (etwas übertaktet ;) )
  • Arbeitsspeicher: 256 MB
  • Festplatte: Seagate Barracuda 30 GB
  • Spielauflösung: meist 800x600

Bei Problemen im Spiel, Installation oder auch nur so, wendet euch vertrauensvoll an das Larian Studios Forum.