Xanlosch, Sohn des Lordosch

Aus den Leben eines Zwergen

Am zweiten Rondra, 12 vor Hal, gebar Gudelne, Tochter des Grasm und Ehefrau von Lordosch, in den Tiefen des Amboss vier stramme Zwergensöhne. Atosch, Gurthag, Lagorasch und Xanlosch waren die Namen, die ihnen die nicht gerade wenig stolzen Eltern gaben. Das dieser und die nächsten Tage ausgiebig gefeiert wurde, ist nach alter Zwergentradition Gang und Gebe.

Während die Jahre unter dem meist verdeckten Praiosgestirn dahin zogen und die jungen Zwerge heranwuchsen, fiel einer der Zwerge immer wieder mehr als die anderen auf. Er interessierte für alles, was ausserhalb seines Wohnstollen von Statten ging und er hielt es für Zwerge ungewöhnlicherweise gern unter dem freiem Himmel aus, wo ihn keine starken Felswände beschützen konnten und eine rettende Zuflucht gewiss war. Die auch recht untypische Eigenschaft fremde Wöter von vorbeikommenden Händlern aufzuschnappen und nachzureden, war da noch mehr ungewöhnlich als der Aufenthalt im Freien. Nicht nur bei den Händlern sondern auch bei alten, sehr alten Zwergen war er immer ein guter Zuhörer wenn es um Abenteuer verwegener Helden ging und nicht oft, konnte er sich nicht davon losreisen und seinen zugeteilten Arbeiten nachkommen, die er dann jedoch sehr gewissenhaft erledigte.

Seiner Abstammung war er sich immer bewusst, leugnte sie nie und war auch sehr stolz darauf. Er lernte zuerst bei seinem Vater, der ein hervorragender Schmied in der eigenen Schmiede war und später auch bei anderen Lehrmeistern die Kunst des Waffenschmiedens. Nach seiner Feuertaufe, eine sehr tiefreligöse und bei allen Zwergen angewandte Zeremonie, wo die gedankliche Verbindung zu den Geschwistern gelockert aber keinesfalls vollständig gelöst wird. Zog es ihm immer öfters nach draussen und er entschloss sich mit circa 40 Lebensjahren, die für einen Zwergen recht wenig sind, auf eine Wanderung zu gehen, deren Ausgang er damals nicht mal erahnen konnte.

Solltet ihr es bis dahin noch nicht mitbekommen haben, aber die Rede ist von mir, Xanlosch, und wie ich zu dem gewurden bin, der ich jetzt bin. Was sollet ihr noch von mir wissen, ohne erst grossartig weiter zu suchen ?

Hier nun eine kleine Auswahl:

  • Für Ambosszwerge typisch, bei den anderen Zwergen eher weniger bis gar nicht verbreitet, ist das Baden in kalten, seichten Gebirgsflüssen.
  • Ich will die Magie gar nicht erst richtig verstehen oder gar begreifen, aber in manch einem Kampf ist die Magie schon recht nützlich. Ein magisch begabtes Wesen, Landrion oder Vincenzius, sagte mir, dass diese Sprüche "Axxeleratus Blitzgeschwind" oder gar "Reversalis Gliederschmerzen " hiessen.
  • Um einfach verblüffte Gesichter zu sehen oder frei nach dem Motto: "Wenn du die Absichten deiner Feinde verstehen willst, dann solltest du auch ihre Sprache verstehen !" und auch auf den Reisen überhaupt, hat sich das Lernen der verschiedenen Sprachen schon bezahlt gemacht.

Um sich ein Bild von mir in dieser Welt zu machen, habe ich mir ein paar Erscheinungsformen, die natürlicherweise dem Zwergischen nie ganz entsprechen können, aber trotzdem ein Bild von mir zu zeigen, hier hinterlegt.

In der nächsten Zeit wird hier abermals mehr erscheinen, doch um euch wissbegierigen zu erfreuen, soll euch jetzt schon gesagt sein:

Ein Zwerg wird nie und nimmer alles von sich preisgeben ! So war es, so sei es, so wird es immer sein, so lange Ingerimm einer der Zwölfen ist.